Only dead fish go with the flow.

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Bewegungsspielraum, (German)

Die Mobilkommunikation mobilisiert auch unseren Körper. Sie gibt ihm neue Freiheiten fü r Information, Arbeit und Unterhaltung Telekom Austria - Zukunftsmagazin no.17, 2005

Die Mobilkommunikation mobilisiert auch unseren Körper. Sie gibt ihm neue Freiheiten fü r Information, Arbeit und Unterhaltung
Telekom Austria – Zukunftsmagazin no.17, 2005
Die Mobilkommunikation mobilisiert auch unseren Körper. Sie gibt ihm neue Freiheiten fü r Information, Arbeit und Unterhaltung
Auf unseren Schreibtischen stehen komplizierte Rechner, die nicht uns dienen, sondern von uns bedient werden mü ssen“, sagt der rumänische Philosoph und Computerexperte Mihai Nadin. „Was etwa so sinnvoll ist, wie ein Kernkraftwerk zu Hause zu betreiben, nur weil man Strom braucht. Deshalb wird sich die digitale Welt ändern; alle diese Geräte – PCs, Monitore, Tastaturen – werden verschwinden. Die Wende zum Zeitalter des allgegenwärtigen unsichtbaren Computings wird laut meinen Berechnungen um das Jahr 2016 eintreten.“
Was fü r manche noch wie reine Utopie klingt, setzt sich im Alltag der meisten bereits Schritt fü r Schritt durch. Die Digitalisierung von Information, ob Stimme, Musik, Text oder Bild, und die modernen digitalen Übertragungstechnologien befreien multimediale Inhalte aus jenen Mauern, hinter denen das Wissen seit Jahrhunderten vermehrt und gespeichert worden ist. Damit ist der Weg frei fü r Kommunikations-, Informations- und Arbeitsmedien, die uns und unseren Wü nschen folgen – wohin immer wir wollen. Denn das Verschwinden der Hardware ist natü rlich nicht gleichzusetzen mit kü nftiger Inexistenz. Es bedeutet im Gegenteil, dass IT- und Kommunikationsequipment allgegenwärtig und selbstverständlich wird, indem es immer hilfreicher, kleiner, mobiler und damit in jeder Hinsicht „tragbarer“ wird.
Zu Recht kritisiert Nadin, dass uns viele Geräte und Technologien heute noch eher zur Last fallen, weil wir fü r deren Nutzung zunächst ihre Funktionsweise erlernen mü ssen. Wir bedienen sie im ursprü nglichen Sinne des Wortes. Dieses Verhältnis umzudrehen ist seit jeher der Anspruch von mobilkom austria. Die Technik soll den Ansprü chen und Gewohnheiten der Menschen dienen, nicht umgekehrt. Unser Grundprinzip dabei lautet Benutzerfreundlichkeit, wie wir sie unseren Kunden beispielsweise ü ber das neue Portal Vodafone live! von A1 mit aktuellsten Services, Informationen und Unterhaltungsformen der mobilen Welt bieten (siehe linke Spalte).
Fü r wohl kein persönliches Kommunikationsinstrument ist das Attribut „tragbar“ ähnlich zutreffend wie fü rs Handy. Dass wir es unmittelbar an unserem Körper tragen, hat ihm sogar das saloppe Synonym „Körpertelefon“ eingebracht. Gerade deshalb beschränkt sich die geforderte Benutzerfreundlichkeit beim Handy nicht auf die Usability von Handset und Gerätesoftware. Denn das Mobiltelefon hat sich längst zum Mode- und Lifestyle-Accessoire entwickelt.
Mode selbst ist als persönliches Ausdrucksmittel an sich schon Kommunikation. Daher war es fü r das Kommunikationsunternehmen mobilkom austria nahe liegend, sich dem Thema Fashion zu widmen. Wir sind also unter die Modeauftraggeber gegangen und haben dazu eine Kooperation mit der Universität fü r angewandte Kunst Wien gesucht. Unter dem Motto „Fashion is mobile communication“ entwarf ein Team von Studentinnen und Studenten der Modeklasse von Raf Simons eine eigene Mode-Linie fü r unser Unternehmen, die dem Selbstverständnis und Corporate Design von Österreichs größtem Mobilfunkunternehmen entsprechen sollte.
Gefragt waren kreative Einfälle zu Mensch, Mode und mobiler Kommunikation; entstehen sollten neue Branding-Produkte fü r Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abseits der ü blichen Give-aways, um Image und Werte des Unternehmens, sozusagen den „mobilkom austria Spirit“, zu transportieren. Gemäß dieser Vorgabe gestalteten die jungen Modeschöpfer Freizeitbekleidung wie Kapuzensweaters, intelligente Accessoires wie Handyhalfter fü r den Businessanzug oder simple „Wearables“ wie den Muff mit integrierter Handyhalterung oder die Huttasche mit Headset.
„Wearable“, eben tragbar zu sein, ist auch fü r Fashion-Produkte ein wesentliches Erfolgskriterium. Deshalb war es uns ein Anliegen, mit jungen Kreativen zu arbeiten, die selbst mit dem Handy aufgewachsen sind. Es galt, den Anspruch von mobilkom austria ganz besonders auch bei diesem Projekt im Auge zu behalten: Die Mobilkommunikation soll den Alltag vereinfachen.
Die entworfenen Produkte sollten alltagstauglich, funktionell und intelligent sein, die Elektronik tragbar machen oder vorhandene Nischen fü r die Integration der Technologie nutzen. Denn in gewisser Weise rü cken uns MP3- oder CD-Player, PDAs und natü rlich die Handys immer mehr auf den Leib. Wer wie ich mehrere Handys bei sich trägt, freut sich ü ber jeden intelligenten Prototypen, der unsere erhöhte Mobilität unterstü tzt. 15 solche Prototypen mit Schwerpunkt innovative Unterbringungs- und Transportmöglichkeiten fü rs Mobiltelefon wurden nach Auswahl aus einer Fü lle von Entwü rfen gefertigt. Die Entscheidung ü ber die besten drei Produkte, die nun fü r die Mode-Linie von mobilkom austria produziert werden, trafen schließlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst via Intranet-Voting.
Tragbare Mobilität vereinfacht unseren Alltag und gibt unserem Körper neue Freiheiten: eine schöne Vorstellung. Auch wenn Nadin mit dem Verschwinden der Hardware bestimmt nicht die Handytasche unserer Schalmü tze gemeint haben dü rfte.


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